Warum braucht es ein
spezielles Angebot für Frauen*?

Gewalt passiert in allen Beziehungskonstellationen. Vor allem in Paarbeziehungen, wenn Konflikte unvermeidbar sind und zum Alltag dazugehören. Wenn es zu gewalttätigem Verhalten kommt, werden Grenzen überschritten. Gewalt wird von Männern wie von Frauen* ausgeübt.

Wie sieht die Gewalt
von Frauen* aus?

Es lohnt sich jedoch einen differenzierten Blick auf die Gewaltdynamik zu werfen. Männliche und weibliche Gewaltausübung unterscheiden sich an bestimmten Punkten. Dabei geht es nicht darum, das eine gegen das andere aufzuwiegen, sondern vielmehr zu verstehen, was genau passiert. Nur so können Interventionen nachhaltig hilfreich sein. Das Erleben von Gewalt unterscheidet sich vor allem in unterschiedlichen Gewaltqualitäten. Das heißt, dass sich die Schwere, Form und die Folgen von Gewaltausübung bei Männern und Frauen* unterscheiden. Für Frauen* besteht ein höheres Risiko schwere, bedrohliche und lebensgefährliche Gewalt zu erleben. Darüber hinaus sind Frauen* deutlich häufiger als Männer von regelmäßig auftretender schwerer Gewalt in Paarbeziehungen betroffen (Schröttle, 2010). Unterschieden wird auch zwischen „Gewalt als systematisches Kontrollverhalten“ und „Gewalt als spontanes Konfliktverhalten“ (Gloor/Meier 2003). Ersteres wird überwiegend von männlichen Tätern ausgeübt, wohingegen die zweite Form von Gewalt zu gleichen Teilen ca. 50% / 50% von Männern und Frauen* ausgeübt wird (Johnson, 1995). Gemeinsam haben Frauen* und Männer jedoch, dass sie im Laufe ihres Lebens häufig Opfer von Gewalt sind; in beiden Fällen sind die Gewalt ausübenden Personen überwiegend Männer (Kavemann, 2009).

Was bedeutet das für die Beratung
von Frauen*, die Gewalt ausüben?

Es bedeutet vor allem die Notwendigkeit eines differenzierten Blickes auf die Gewaltdynamik. In der Arbeit mit Frauen, die Gewalt ausüben, ist es zunächst wichtig zu verstehen, in welchen Gewaltverhältnissen die Frau lebt. Wer übt welche Gewalt aus? Ist die Frau* Opfer von kontrollierenden Machtverhältnissen? Braucht sie zunächst Schutz?  Welche Gewalt hat sie selber ausgeübt und warum? Welche Motive haben sie geleitet? All diese Fragen sind wichtige Bausteine um einen differenzierten Unterstützungsbedarf ermitteln zu können und passende Interventionen in die Wege zu leiten. Wir wollen die Frauen, die zu uns kommen verstehen, ohne mit der Tat einverstanden zu sein. Wir sind parteilich für unsere Klientinnen, ohne parteiisch zu sein. Das ist die Grundlage unserer Arbeit und eine Grundvoraussetzung für Vertrauen im Beratungsprozess. Nur wenn wir die Frau als Menschen annehmen, mit all ihren Widersprüchlichkeiten, kann ein Prozess der Veränderung angestoßen werden. Bei TäBea sind wir klar in unserer Haltung, dass wir die Person annehmen und die Tat ablehnen.

Gewalt
in der Partnerschaft


körperliche Gewalt
in der Partnerschaft


sexuelle Gewalt
in der Partnerschaft


Warum wird Gewalt ausgeübt?

  • um Interessen durchzusetzen. Nicht selten wird in den Herkunftsfamilien Gewalt als legetimes Mittel erlebt, um Konflikte auszutragen und sich durchzusetzen.
  • um aus der Opferrolle herauszukommen, und sich nicht mehr hilflos zu fühlen, z.B. nach erlebter partnerschaftlicher Gewalt.
  • aus Angst vor Verlust. Bevor der Partner* den Raum verlassen kann, wird der Weg versperrt, gedroht, festgehalten, geschlagen,…
  • aufgrund erlebter Traumata. Ein Wort, eine Geste und „der Film läuft ab…“
  • aufgrund von Gefühlen wie Überforderung, Hilflosigkeit oder Bedrohung. Häufig befinden sich die Betroffenen in einer seit längerem anhaltenden Stressphase durch den Beruf und/oder Belastungen im Privaten, wie z.B. Verluste, Trennungen, etc.

Wie kann gewaltfreies Handeln gelingen?

Der erste Schritt ist die Verantwortungsübernahme für das eigene Handeln und die Entscheidung das Verhalten zu verändern. Dabei ist es wichtig zu verstehen, weshalb man sich in bestimmten Situationen gewaltvoll verhält, welche Gedanken und Gefühle der Gewalthand- lung zugrunde liegen, Bedürfnisse zu erkennen, die nicht gut versorgt sind und Worte zu finden, um das innere Erleben nach außen kommunizieren zu können.

Wir begleiten Sie in diesem Prozess.

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